Unser „Center Parcs“-Urlaub

Irgendwann im Frühjahr 2018 haben wir zusammen mit meiner Mutter beschlossen, dass wir in den Sommerferien wegfahren wollen und irgendwie kam ich auf die Idee, einen Centerparc auszuprobieren. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass ein ehemaliger Bandkollege JEDEN Urlaub mit seinen Kindern in Centerparcs verbrachte und total begeistert davon war. Und ich wollte nicht so weit fahren müssen. Der Center Parcs Les Trois Forêts in Moselle, Frankreich, liegt nur zwei Autostunden von uns entfernt und warb mit großzügigen Frühbucherrabatten. Also buchten wir 5 Tage mitten in den Sommerferien in einer Premium-Unterkunft.

Wenige Tage vor der Abfahrt loggte ich mich in die Centerparcs-App ein und konnte dort Aktivitäten buchen. Gleichzeitig fing ich erstmals an, den Park zu googlen… Tja… und bekam es mit der Angst zu tun. Was man da findet, lässt nicht viel Gutes hoffen. Wiederholt ist vor allem davon die Rede, dass das Essen in den Restaurants überteuert und das Spaßbad komplett überlaufen sei und die Unterkünfte heruntergekommen sind.

Entsprechend skeptisch packten wir unsere sieben (okay, eher 7.348…) Sachen und düsten los.

Und dann – sofort die erste Entwarnung! Unser Häuschen war einfach wundervoll. Es handelte sich um ein Reihenendhaus mitten im Wald mit zwei Schlafzimmern, einem Bad (ohne WC), einem separaten WC, einem kleinen Abstellraum und einem schönen Wohnbereich mit kleiner Küche, Esstisch, Sofa, Kamin (!) und direktem Zugang zur Terrasse, von der aus wir einen wundervollen Blick auf den dichten Wald mit den hohen Bäumen hatten.

Dass unser Aufenthalt ein voller Erfolg war, lag nun an den folgenden Gründen:

  • Der Aufbau des Ferienhauses: Ein separates WC ist einfach klasse, da man mal schnell aufs Klo kann, obwohl gerade jemand duscht. In den Abstellraum passten problemlos der Buggy, unsere Badetaschen und eine große Box mit den Pfandsflaschen. Zwischen Wohnraum/Elternschlafzimmer/Bad und dem Kinderzimmer befand sich eine Tür. Somit wurde Hanna nicht geweckt, wenn wir abends noch zusammen saßen und etwas lauter waren.
  • Dank moderner Fliesen und Oberlicht herrschte im Bad absolute Wohlfühlathmosphäre und wir hatten sogar eine Badewanne mit Whirlpool-Funktion! Geräumig war es auch und es gab genug Platz für unsere Sachen und Handtücher. Ich finde das immer ganz wichtig, dass das Badezimmer kein einziger Kompromiss ist im Urlaub. Hier war wirklich das Gegenteil der Fall. Im Elternschlafzimmer gab es sogar ein kleinen Frisierbereich!
  • Der Kühlschrank war so groß, dass unser mitgebrachtes Essen locker reinpasste und auch mal noch eine angeschnittene Wassermelone. So konnten wir uns – ergänzt durch ein paar frische Produkte aus dem Carrefour-Supermarkt im Market Dome (dem Zentrum des Parks) komplett selbst versorgen, was mit kleinem Kind einfach immer etwas entspannter ist, als essen zu gehen. Und vor allem deutlich billiger! Die Preise waren nämlich echt gesalzen – über 9€ für eine Pizza Margerita oder knapp 2€ für eine Kugel Eis zum Beispiel.
  • Die große Terrasse mit vier Stühlen, Tisch und zwei Liegestühlen war ein Traum. Zudem liegen die Terrassen versetzt, d.h. man fühlt sich wie in einer einsamen Hütte mitten im Wald! Die Luft war herrlich und wir hatten unseren Ruhepol mitten im trubeligen Park. Klar, hier kann man mit den Nachbarn auch Pech haben. Aber es sind ja schon eher Familien statt Partylöwen, die dort Urlaub machen.
  • Die Aqua Mondo – die Wasser-Spaß-Welt – war einfach fantastisch. Wir waren jeden Nachmittag und auch vormittags am Abreisetag nochmals dort. Für unsere zweijährige Tochter, aber auch für uns ein Paradies: ein Wellenbecken, ein Strömungskanal, in dem man an einer Stelle gleich mehreren Wasserstrahlen ausweichen muss, eine Art Spiel-Kletter-Haus mit Kinderrutschten und einem großen Eimer, der sich alle paar Minuten über das Areal ergießt, ein Sand-Wasser-Kleinkindbereich, ca. 5 „Blubberbecken“ (in denen wir fast immer zu viert Platz fanden, und das mitten in den Sommerferien!) und natürlich die Rutschen für die „Großen“, sprich auch meinen Mann und mich: eine Wildwasserrutsche und die „Master Blaster“ und die „Super Bowl“ haben wir ausprobiert und hatten einen riesen Spaß dabei. So, und jetzt habe ich immer noch nicht alles aufgezählt, was es dort gibt… Die gesamte Wasserwelt ist zudem von riesigen Dschungelpflanzen überwuchert. Als wir bei der höchsten Rutsche anstanden, konnten wir die Auqa Mundo weit überblicken und man sah fast nur Pflanzen! Auch ist alles so angeordnet, dass man sich nie wie in einer riesigen Halle fühlt.
    Wir haben uns – für ehrlich gesagt nicht wenig Geld – ein e-Car für vier Personen gemietet. Der Weg von unserem Cottage bis zum Zentrum/Schwimmbad wäre mit Badetaschen und Kleinkind/Buggy nicht machbar gewesen zu Fuß und entsprechend die Fahrräder/Anhänger zu mieten, hätte noch mehr gekostet und wäre immer noch umständlicher gewesen. Unser Fahrzeug war allerdings eine Art Attraktion an sich für uns alle und natürlich nicht zuletzt für Hanna. Sie hat es geliebt, damit zu fahren!
    Die Aktivitäten, die wir gebucht hatten, haben uns unbezahlbare Momente beschert: Hanna durfte zwei mal für 30 Minuten auf einem Pony, das ich bzw. mein Mann geführt haben, auf einem kleinen Pfad durch den Wald reiten! So glücklich und stolz habe ich sie selten gesehen und somit waren auch wir Erwachsenen einfach nur selig.
  • Direkt neben den Tiergehegen befinden sich ein riesiger Outdoor- und ein ansehnlicher Indoor-Spielplatz. Möglichkeiten zum Austpben gibt es also genug! Unsere 30-minütige Tretbootfahrt war auch klasse, wobei ich das nächste Mal direkt 60 Minuten buchen würde, damit man noch mehr von dem riesigen Gelände zu sehen bekommt. Auch hier gab es ein nettes Detail: Man kommt mit dem Boot an einer kleinen Schafherde vorbei und somit gab es wieder ein kleines tierisches Highlight für Hanna.

Zusammengefasst kann man sagen, dass wir also bei allen Angeboten Quality Time pur erlebt haben und entspannte, lachende, glückliche vier Menschen waren 🙂 Und „zu Hause“ in unserem Waldhäuschen konnten wir uns mittags und abends entspannen. Mehr kann ich mir nicht wünschen von einem 3-Generationen-Urlaub mit einer zweijährigen Maus!

Natürlich gibt es für uns jetzt doch viel Luft nach oben – im wahrsten Sinne des Wortes. Sobald Hanna etwas größer ist, kann sie noch viele Angebote mehr nutzen und wird zum Beispiel bei einer Wannabe-Aktivität betreut (d.H. sie darf z.B. Bauer oder Indianer sein), während wir uns im Hochseilgarten oder beim Bogenschießen oder Reiten für Erwachsene betätigen. Auch für die Action-Rutschen war sie natürlich noch zu klein.

Falls meine Begeisterung auf dich übergesprungen ist und du jetzt auch in Erwägung ziehst, deinen nächsten Urlaub bei Centerparcs zu buchen, hier noch ein paar Tipps:

  • Nach Frankreich unbedingt stilles Wasser mitnehmen!!! Das Leitungswasser schmeckt stark nach Chlor, das hätten wir nicht in die Trinkflasche unserer Tochter oder in die Kaffeemaschine füllen können. Selbst Zähne putzen ist grenzwertig.
  • Man kann nur montags oder freitags an- bzw. abreisen. Wir hatten das Gefühl, dass man gut beraten ist, von Montag bis Freitag zu bleiben. Sowohl vom Kostenpunkt her als auch von den zu erwartenden Besucherzahlen – die lassen nämlich auch Tagesbesucher rein!
  • Nimm am besten ALLES mit, was du sicher oder sehr wahrscheinlich brauchen wirst. Sonst wird es teuer. Eine Nivea-Sonnencreme beispielsweise kostet im Supermarkt vor Ort ca. 17 Euro, bei uns sind es ja maximal 10€ in der Drogerie. Was die Kapseln für die Nespresso-Maschine vor Ort kosten, mag ich mir nur ausmalen.
  • Bei den Aktivitäten unbedingt 15 Minuten früher da sein.
  • Handtücher, also auch Geschirrtücher, kleine Handtücher (drei Waschbecken!) und ein Duschvorleger müssen selbst mitgebracht werden! Und fürs Schwimmbad braucht man natürlich nochmal welche… Einen Wäscheständer gibt es allerdings vor Ort.
  • Basic-Kochbesteck eventuell auch einpacken. Ich tat mir zumindest schwer, Spiegeleier ohne Pfannenwender zu braten.
  • Im Schwimmbad gibt es keinen nach Geschlechtern getrennten Duschbereich! Nur einen offenen, der für alle einsehbar ist. Zudem gehen die Duschen nach ca. 10 Sekunden wieder aus und man muss wieder drücken. Plane also ein, dass das nur ein kurzes Abbrausen ist.
  • Wir haben zwei Mal im Quick-Restaurant (Fast Food) gegessen – und unser Fall war es nicht. Die Burger bestehen gefühlt zu 50% aus Mayo…

Falls du schon einmal in einem Centerparcs Urlaub gemacht hast, würde ich mich freuen, wenn du in einem Kommentar davon berichtest!

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