Mein Geld, dein Geld, unser Geld?

Über Geld spricht man nicht – so wurden viele von uns noch erzogen. Und erst Recht hat Geld doch so gar nichts mit Romantik zu tun… Diese Denkweise sorgt dafür, dass es tatsächlich verheiratete Eltern gibt, die seit sie zusammen gezogen sind nicht mehr darüber gesprochen haben, wer was wovon bezahlt.

Deshalb möchte ich euch an dieser Stelle vorstellen, wie wir das momentan geregelt haben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass du es bereits genauso geregelt hast – falls nicht, bietet dir dieser Post hoffentlich ein paar Ideen, wie du dir das Leben einfacher machen kannst.

Erst mal möchte ich euch dabei unsere Grundsätze vorstellen, bevor ich ins Detail gehe, wie wir das konkret geregelt haben:

  • Transparenz. Jeder sieht in unserer Banking-App, was auf welchem Konto passiert – außer auf unseren Taschengeld-Konten (dazu später mehr).
  • Wir haben recht früh beschlossen – noch vor unserer Hochzeit – dass nicht mehr MEIN und DEIN, sondern nur noch UNSER geben soll. Das heißt, dass es unerheblich ist, wer von uns mehr verdient – alles wird zusammen geschmissen. Interessanterweise war es übrigens lange so, dass mein Mann davon profitiert hat – und hätte er nicht vor zwei Jahren seinen Arbeitgeber gewechselt, dann wäre es wohl auch noch lange so geblieben. Bald wird er jedoch besser verdienen als ich.

Konkret aufgeteilt wird es dann folgendermaßen:

Konto 1: Hier gehen die Gehälter ein und hier gehen die großen, regelmäßigen Ausgaben ab, entweder monatlich oder wir legen den auf den Monat umgerechneten Betrag zurück. Das heißt, entweder rechnen wir 20€ für eine monatliche Abbuchung ein oder 20€ für eine Abbuchung von 60€, die nur alle drei Monate erfolgt – oder eben auch mal 10€ für eine Abbuchung über 120€, die nur ein Mal im Jahr fällig ist.

Wichtig ist hierbei, dass man ganz kleinlich ist, da man ja sonst jeden Monat einige Euro zu wenig auf das Konto einzahlt und es dann irgendwann aus dem Gleichgewicht gerät bzw. bei einer größeren Abbuchung (z.B. Autoversicherung, ein Mal jährlich) nicht gedeckt ist.

Praktischerweise haben wir bei diesem Konto einen recht hohen Dispo.

Konto 2: Von unserem Gehaltskonto überweisen wir auf ein weiteres Konto unser Haushaltsgeld. Von diesem Geld bezahlen wir die folgenden Posten: Lebensmittel, Apotheke, Benzin, Freizeit (Kino, essen gehen…), Geschenke, Kleidung für unsere Tochter, kleinere Anschaffungen (z.B. ein neues Schneidebrett) und Drogerie-Einkäufe.

Zusammengefasst sind das alle variablen Kosten. Somit haben wir auch ohne aufwändige Buchführung immer den Überblick, womit wir bis zum Ende des Monats auskommen müssen.

Durch die Trennung der Konten 1 und 2 kann es uns also nicht passieren, dass wir uns freuen: „Oh klasse! Wir haben noch 300€ und am Sonntag ist schon Monatsende. Lass uns lecker essen gehen am Samstag!“ und dann wird am Montag noch die Hausratsversicherung abgebucht, die wir gar nicht auf dem Schirm hatten…

Konto 3a und 3b: Von unserem Gehaltskonto überweisen wir neben dem Haushaltsgeld jeweils ein „Taschengeld“ auf unsere eigenen Konten. Auf diese haben wir jeweils den alleinigen Zugriff und Einblick. Es gibt also keinen Streit darüber, wer wieviel Geld für Eitelkeiten (Barber Shop, Kosmetikerin), ausgehen mit Freunden (z.B. Wellness mit der besten Freundin, Quad-Tour…) oder auch den Handyvertrag ausgibt.

Neben diesen 3 Posten – regelmäßige Abbuchungen, variable Ausgaben und „Taschengeld“ – sollte natürlich auch noch Geld gespart werden. Dazu kann ich dir in einem Extra-Post noch Auskunft geben. Generell sei nur gesagt, dass es Sinn macht, für alles, was anfallen könnte, Rücklagen zu bilden. Also falls dein Auto schon etwas älter ist, dann macht es Sinn, für größere Reparaturen oder den neuen Wagen zu sparen. Falls du im Eigentum wohnst, solltest du pro Quadratmeter einen Euro pro Monat für Reparaturen zurück legen. Und falls du Kinder hast, dann brauchen die sicher mindestens zwei Mal im Jahr neue Schuhe und/oder neue Klamotten. Das so „nebenher“ zu stemmen ist dann oft blöd und schon ist ein Minus auf dem Konto.

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Einblick in unser System gewinnen können 🙂

Wie habt ihr eure Finanzen geregelt? Ich freue mich über eure Kommentare!

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