Meine Erziehungsgrundsätze

Neulich, als ich mich mit einer Freundin über Hanna unterhielt, erzählte ich ihr plötzlich von meinen Erziehungsgrundsätzen.

Huch!

Mir war ja gar bisher nicht bewusst gewesen, dass ich welche habe! Aber im Gespräch ergab es sich, dass ich sie plötzlich zu formulieren wusste. Da unsere Hanna mittlerweile ja schon 3 Jahre alt ist, sind wir natürlich längst am Erziehen. Und das sind unsere Leitlinien:

1. Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.

Klar, es geht auch alleine, in der Kernfamilie: Entweder er passt auf das Kind auf, oder sie, oder man geht zu dritt los. Aber nur weil etwas geht, heißt es ja nicht, dass man das ständig machen muss.

Da ich ja von vornherein wusste, dass ich nach einem Jahr wieder arbeiten gehe und dass ich auch mal wieder was mit meinem Mann alleine unternehmen möchte, habe ich Hanna von Anfang an in andere Arme gegeben. Anfangs tatsächlich im wortwörtlichen Sinne als Neugeborenes, später über Nacht zu Oma und schon mit 8 Monaten haben wir sie mal einen Abend lang bei der Babysitterin gelassen. Dank einer hilfsbereiten Nachbarin, die mit unserer drei Wochen alten Tochter in der Manduca ihre Runden um den Block gelaufen ist, konnten wir unsere Umzugskartons nach und nach auspacken und ich konnte auch mal zum Friseur und zur Kosmetik gehen. Jetzt gerade schreibe ich diesen Blogartikel und meine Tochter kichert wie verrückt, weil sie mit ihrem Onkel wohl irgendwas Lustiges spielt. Mittwochs – jeden Mittwoch! – haben mein Mann Datenight, da Hanna bei meiner Mutter schläft.

Ganz ehrlich, es war nicht immer leicht und ist es bis heute nicht. Eigentlich vermisse ich Hanna immer irgendwann, wenn ich nicht bei ihr bin. Aber ich sehe, dass sie sehr früh tragfähige Beziehungen zu anderen Personen aufgebaut hat und sich nun heute gut auf neue Menschen einlassen kann.

2. Man muss sich auf die Ebene des Kindes einlassen

Damit meine ich, dass man sich – wie bei jeder guter Kommunikation – in das Gegenüber hineinversetzen sollte.

Ein Baby weint nicht, um mich zu ärgern, sondern weil es sich nicht anders bemerkbar machen kann.

Hanna hält sich nicht wach, weil sie trotzt, sondern weil sie vor lauter Vorfreude auf ihren Geburtstag nicht schlafen kann.

Sie verhält sich unmöglich, wenn ich sie abhole, weil sie sich in der Kita den ganzen Tag an Regeln halten oder Rücksicht nehmen musste und jetzt bei mir ihren „Schutzwall“ runter lässt.

Sie möchte keinen Kuchen essen an Omas Geburtstag, weil sie gerade viel mehr Lust auf was Herzhaftes hat.

Was mir diesen Perspektivwechsel sehr erleichtert hat, ist das wunderbare Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn(Affiliate Link) von Daniella Graf und Katja Seide. Vielleicht hast du es auch schon gelesen, es ist ja sehr erfolgreich – und das zurecht!

Anders formuliert heißt dieser Grundsatz: Liebe, Liebe, Liebe und Verständnis, Verständnis, Verständnis! Auch wenn ich Hanna zurechtweise, weinend von etwas wegziehe oder Ähnliches lasse ich sie dabei oder kurz danach wissen, dass ich ihr Bedürfnis verstehe, dass ihre Emotionen in Ordnung sind, und dass ich sie versuche zu verstehen.

Soweit die Theorie – leider bewahre ich viel zu oft keinen kühlen Kopf!

Manchmal muss man aus den Zitronen Limonade machen…

3. Nur eine glückliche Mama ist eine gute Mama

Natürlich, als Mama verzichte ich auf Vieles. Zeit, Geld, Energie sind nun einmal begrenzt und Hanna bekommt viel davon.

Wenn ich nach etlichen Jahren die Möglichkeit habe, meine Lieblingsband mal wieder live zu sehen, dann bestelle ich Karten. Auch wenn mein Mann und ich dann drei Tage auf einem Festival sind und Hanna bei den Oma(s). Die Zeit mit meinem Mann stärkt unsere Paarbeziehung und auf dieser fußt nun ja auch unsere Familie!

Wenn ich verspannt bin, nehme ich mir Zeit für Sport oder gehe sogar zur Thai-Massage. Oder Hanna schaut mal ne Folge „Die Sendung mit dem Elefanten“ und ich mach die Augen zu. Die Energie, die ich so tanke, kommt ja auch wieder meiner Familie zu Gute.

Die Welt ist elefantastisch…

Ich opfere mich nicht auf, ich gönne mir auch mal was, und ich kümmere mich um meine Bedürfnisse. Hanna hat nur diese eine Kindheit, und für die sind mein Mann und ich verantwortlich, aber ich habe auch nur dieses eine Leben. Und natürlich ist es oft gar kein Widerspruch – ich arbeite zum Beispiel gerne und Hanna geht gerne in den Kindergarten. Ich mache gerne was im Garten und sie schaut gerne zu. Sie schaut Pumuckl und ich schaue auch gerne mit und muss lachen.

Erkennst du dich wieder? Oder siehst du das ganz anders? Was sind deine Erziehungsgrundsätze? Sag es mir in den Kommentaren!

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